Die Nachführarbeit ist die erste Phase in der Vorbereitung eines Massensprints im Rahmen des Straßenrennens. Die Teamkollegen eines Sprint-Favoriten ziehen das Hauptfeld hinter sich her und holen den Rückstand auf die Fluchtgruppe auf. Üblicherweise wird die Fluchtgruppe knapp vor dem Ziel, meist zehn Kilometer vor dem Ziel, gestellt.
Dann gibt es zwei Probleme: Das erste ist, dass sofort jemand anders versuchen könnte, einen Angriff zu starten, der beim Massensprint keine Chance hätte und zweitens gibt es einen nervösen Rennverlauf. Um beides zu unterbinden, wird ein sogenannter Sprinterzug aufgebaut. Zwar wird am Anfang nicht voll gefahren, aber der Sprinterzug ist eine Kette von eigenen Mannschaftskollegen, die hintereinanderfahren und dabei eine hohe Geschwindigkeit wählen.
Die Geschwindigkeit des Sprinterzugs ist nicht so extrem, dass man nicht mehr mithalten kann, aber sie ist so hoch, dass keiner Lust hat, einen Angriff zu wagen, weil man dafür enorme Energie bräuchte. Wenn das Feld im Bereich von 3 bis 5 Kilometer vor dem Ziel angekommen ist, kommt eine Tempoverschärfung. Die Sprinterteams bringen ihre Kapitäne in Position, die so ungefähr um Platz 5 - 15 sich einreihen. Das Tempo ist hoch, das Feld nicht breit gefächert, sondern eine lange Schlange, was für das Tempo spricht und die Sprinterteams lösen sich gegenseitig ab. Es gibt manchmal auch zwei Sprinterzüge, die nebeneinander für Tempo sorgen.
Bei Kilometer drei gibt es eine spezielle Regel. Wer bis dahin im Hauptfeld mitgekommen ist, verliert keine Zeit mehr, wenn es danach einen Sturz gibt. Das hat den Sinn, dass nicht die Topfavoriten für die Gesamtwertung einer Rundfahrt mitsprinten, um im Ziel keine Zeit zu verlieren. Das heißt, dass ab Kilometer drei vor dem Ziel sich die Favoriten mit ihren Beschützern verabschieden und die Sprinterteams sind unter sich. Eine solche Situation betrifft natürlich nur die Etappenrennen. Bei einem Eintagesrennen würde weiter mitgefahren werden, weil es könnte ja doch eine Chance sich bieten. In der Rundfahrt reduziert das Verlassen der vordersten Gruppe die Sturzgefahr und dennoch rasen etwa 50 bis 70 Leute mit Tempo 50 bis 60 km/h Richtung Ziel.
Jetzt folgt die intensive Arbeit im Sprinterzug. Die Helfer des Kapitäns fahren mit Höchsttempo, um die Konkurrenz abzuschütteln. Wenn der vorderste Fahrer nicht mehr kann, schwenkt er zur Seite und der nächste fährt mit dem höchstmöglichem Tempo weiter. Etwa 200 bis 500 Meter vor dem Ziel sind die Helfer aufgebraucht und die eigentlichen Sprinter kämpfen um den Tagessieg oder im Falle eines Eintagesrennen um den Sieg des Rennens. Sie sind ständig im Windschatten ihrer Kollegen gewesen und müssen jetzt beweisen, dass die Arbeit sich gelohnt hat.
Der Radsport ist vielseitig und reicht von der Bahn über BMX-Rennen bis zur Straße. Aber gerade die Straße oder der Straßenradsport hat besonders viel Tradition und weiterhin eine große Bedeutung. Besonders die Tour de France wird rund um den Erdball präsentiert, aber auch die Eintagesklassiker im Frühjahr interessieren die Massen.
Daher gibt es viele Begriffe, die sich herausgebildet haben. Wir haben sie in Kategorien untergliedert, die von den Bewerben und der Rennabwicklung bis zu einschlägigen Begriffen im Renngeschehen reichen.
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